Zuchtarbeit

Leistungsprüfungen, der Garant für Zuchtfortschritt.

Leistungsprüfung

Grundlage für die Leistungsprüfung beim Schwein in Baden-Württemberg sind ...

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Zuchtleistungsprüfung

Die Zuchtleistungsprüfung wird bei allen in das Zuchtbuch oder Zuchtregister eingetragenen Sauen eines Zuchtbestandes als Eigenleistungsprüfung durchgeführt. Als für die Zuchtwertschätzung wichtigstes Merkmal wird die Anzahl der lebend geborenen Ferkel innerhalb von drei Tagen nach der Geburt mit der Geburtsmeldung erfasst. Mit der Wurfmeldung werden dann die am 21. Tag lebenden Ferkel registriert.

Näheres regelt die gültige Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum über die Leistungsprüfung bei Schweinen.

Feldprüfung

Die Nachkommenprüfung von Endproduktebern im Feld - kurz auch Feldprüfung genannt - wurde im Jahr 1996 ins Leben gerufen. In derzeit sechs  Betrieben werden Piétrain-Eber unter praxisnahen Bedingungen eingesetzt und auf ihre Kreuzungseignung geprüft.

Ihre Vorteile:

  • Nutzung der Feldprüfung als Selektionskriterium
  • Merzung von Negativ-Vererbern
  • Nutzung der Daten für züchterische Entscheidungen

Mast- & Schlachtleistung

Die Fleischleistungsprüfung unterscheidet zwischen der Geschwister- und Nachkommenprüfung auf Station, dem Stichprobentest bei Kreuzungsherkünften, sowie der Eigenleistungsprüfung im Feld.

Näheres regelt die gültige Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum über die Leistungsprüfung bei Schweinen.

Allgemeine Grundlagen

Im Gegensatz zu den früher verbreiteten, bewertenden Systemen in der Tier- bzw. Exterieurbeurteilung haben sich im Laufe der letzten Jahre die beschreibenden Systeme eindeutig durchgesetzt. Einer ihrer bedeutendsten Vorteile ist die Möglichkeit von Auswertungen hinsichtlich der biologischen Extreme eines Merkmals.

Darüber hinaus ist die Lineare Beschreibung von Körpermerkmalen als Voraussetzung für eine Zuchtwertschätzung auf Exterieurmerkmale anzusehen. Dadurch wird es möglich, biologische Zusammenhänge zwischen Merkmalen aufzudecken und Auswirkungen von Fehlstellungen auf Leistungsmerkmale zu quantifizieren.

Die grundlegenden Bedingungen für eine erfolgreiche Zuchtwertschätzung sind ebenfalls vorhanden:

  • Fundamentbedingte Ausfälle sind wirtschaftlich relevant:
    In der Schweinezucht und –mast gehören fundamentbedingte Abgänge zu den häufigsten Ausfallursachen. Sie verursachen einschließlich der Folgekosten der Remontierung erhebliche wirtschaftliche Verluste.
  • Eine hinreichend hohe Erblichkeit der Merkmale ist vorhanden:
    Die bisher geschätzten Erblichkeiten (Heritabilität, h²) zeigen in Verbindung mit den auftretenden Streuungen, dass eine züchterische Bearbeitung der verschiedenen linear beschriebenen Merkmale sehr gut möglich ist.
  • Ungünstige genetische Korrelationen sind nicht bekannt:
    Die bisherigen genetischen Analysen der Bewertungsmerkmale und der Mastleistungsmerkmale lassen keinen nennenswerten Zusammenhang zwischen einer Selektion auf Fundamentmerkmale und den Merkmalen der Täglichen Zunahme und der Rückenspeckdicke vermuten.

Somit sind bei einer Selektion auf Fundamentmerkmale keine negativen Auswirkungen auf Mastleistungsmerkmale zu erwarten.

Die Möglichkeit von Auswertungen auch hinsichtlich der biologischen Extreme eines Merkmals ist einer der bedeutendsten Vorteile der Linearen Beschreibung gegenüber einer rein bewertenden (benotenden) Exterieurbeurteilung. Es bleibt festzuhalten, dass eine weitere züchterische Verbesserung des Fundaments durch Verwendung der Linearen Beschreibung im Rahmen der BLUP-Zuchtwertschätzung möglich und sinnvoll ist.

Für die Durchführung der Linearen Beschreibung gelten folgende Grundsätze:

  • Es sollten möglichst viele Einzelmerkmale erfasst werden, jedoch nur solche, die im Hinblick auf die Leistungsmerkmale auch von Bedeutung sind.
  • Die Ausprägung des Merkmals wird einer bestimmten, vorgegebenen Beschreibung zugeordnet und mit einer Ziffer auf einer Skala (1-9) numerisch beschrieben.
  • Das zu beschreibende Merkmal muß eindeutig definiert sein und sich auf eine eindeutige Meß- oder Beschreibungsstelle beziehen.
  • Im Idealfall kann das Merkmal mit einem Meßgerät exakt gemessen werden.
  • Die im biologischen Sinne häufigste Ausprägungsform eines Merkmals erhält in der Regel die mittlere Ziffer (5).
  • Die im Zuchtziel erwünschte Ausprägungsform eines Merkmals muß nicht zwangsläufig mit der häufigsten Form der Ausprägung übereinstimmen.
    D.h.: Die mittlere Ziffer beschreibt nicht zwangsläufg das züchterisch angestrebte Optimum.

Mit Einführung der Linearen Beschreibung in Baden-Württemberg im Oktober 1999 wurde zunächst mit einer 5-stufigen Skala gearbeitet. Die Verknüpfung der Linearen Beschreibung mit der Verwendungseinstufung der Jungsauen hat jedoch dazu geführt, dass in dem züchterisch besonders interessanten Optimal-Bereich nur eine geringe Differenzierung möglich ist.

Um hier die Grundlagen für Auswertungen und die Basis für eine künftige Zuchtwertschätzung zu verbessern, wurde mit Beschluß des Beirats vom 2.3.2005 die Einführung einer 9er Skala in der Linearen Beschreibung festgelegt. Die praktische Umsetzung erfolgte parallel mit der Einführung einer neuen Software für die mobile Datenerfassung vor Ort für die Berater für Schweinezucht.

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